Great Transformation

Foren: Felder der Transformation

Donnerstag, 26. September 2019
Great Transformation
Foto: Sarah Cords

15.00 – 17.30 Uhr

New Directions of Social Change in Latin America? Structural Trends, Right Turns and New Challenges Inhalt einblenden

Organisator_in: Johanna Sittel (Jena)

Diskutant_innen: Karina Batthyány (Executive Secretary of CLACSO; Montevideo, UY), Esteban Torres (Córdoba, AR), Guilherme Leite Gonçalves (Rio de Janeiro, BR), Maristella Svampa (La Plata, AR)

Raum: SR 207

The following panel discussion proposes to open a sociological debate of plural character with respect to the central problems and the situation that defines the current conjuncture in Latin America, as well as with respect to the social movements of resistance and expansion that seek to influence the direction of the processes of social change on the continent. The panel will offer new interpretations on the multidimensional crisis that Latin American countries are going through, on the advance of the right wing in Brazil, the expansion of the feminist movement, the territorial struggles against the extractive apparatuses, as well as on the general tendencies that have been accentuated in the last decades since the precipitation of the neoliberal cycle on a global level. Sociological interpretations will be accompanied by new categories and new conceptual frameworks willing to deepen, from a left perspective, the clarification of the new contradictions that are being constituted in Latin America at the crossroads between systems of capitalist, patriarchal, ecological and imperialist appropriation. Finally, the roundtable will try to define a series of new challenges that could collaborate in updating the social change programs of the different left-wing social actors in Latin America.

Rückkehr des Klassenbegriffs in der Soziologie! Aber wie? Inhalt einblenden

Organisator_in: Projekt Klassenanalyse Jena (PKJ): Sebastian Sevignani (Jena), Jakob Graf (Jena)

Raum: Hörsaal 9

Bis auf wenige Ausnahmen zeichnete sich die jüngere Geschichte soziologischer
Begriffsbildung durch einen anhaltenden Trend zur Dekonstruktion von Klasse sowie durch eine Betonung der Ausdifferenzierung, Fragmentierung, Pluralisierung und Verzeitlichung von Ungleichheiten aus. Quer zu und entgegen diesem Trend kann aber neuerdings ein Wiederaufkommen der Beschäftigung mit Klassen in den Sozialwissenschaften, aber auch in den Feuilletons und in der Politik konstatiert werden. Auffällig ist allerdings, dass in der erneuten Thematisierung von Klasse, vieles was im Gefolge der 1968er-Bewegungen wissenschaftlich wie politisch an Erkenntnisfortschritt erreicht worden war, heute nichtwieder aufgegriffen wird.

In diesem Panel wollen wir zu einer Klärung beitragen, inwiefern der Klassenbegriff für die
Soziologie eine wichtige Rolle spielt. Welche Effekte hatte seine jahrelange Abwesenheit in
der Disziplin und welche Chancen birgt sein Wiederauftauchen? Welche verschiedenen
Klassenbegriffe stehen der Soziologie zur Verfügung und welche unterschiedlichen Forschungsinteressen und Fragestellungen werden heute mit dem Klassenbegriff verfolgt? Welche Widersprüche, Vorteile und Schwächen zwischen den unterschiedlichen
Bezugnahmen auf Klassen können identifiziert werden?

Anknüpfungs- bzw. Absetzungspunkt ist eine recht voraussetzungs- und anspruchsvolle
Verwendungsweise des Begriffs im Anschluss an Marx. Dieser thematisiert Aussagen über Wechselbeziehung zwischen (Klassen-)Lage sowie Handeln, Bewusstsein, Identität, begreift Klassen als Agent_innen des sozialen Wandels und betont deren Relationalität, d.h. benennt Prinzipien oder Mechanismen (wie z. B. Ausbeutung) zwischen den Klassen, die das Glück der Starken mit der Not der Schwachen verbinden. Das Panel unternimmt den Versuch, heutige wissenschaftliche Klassenverständnisse in Beziehung zu diesem anspruchsvollen Klassenbegriff zu setzen.

Beiträge:
  • Jakob Graf (Jena), Sebastian Sevignani (Jena): Klassenspezifische Grenzkonflikte
  • Hanna Meißner (Berlin): Eine intersektionale Perspektive auf den Klassenbegriff
  • Nicole Mayer-Ahuja (Göttingen): Der Elefant im Raum. Klasse als arbeitssoziologische Kategorie
  • Alex Demirović (Frankfurt am Main): Klassen als überdeterminierte Praxis

Vortragsabstracts der Referent_innen [pdf 149KB]

Wege zu solidarischen, transformatorischen Nord-Süd Beziehungen im 21. Jahrhundert Inhalt einblenden

Organisator_innen: Miriam Lang (Quíto, EC), Ulrich Brand (Wien, AT)

Raum: Hörsaal 8

Dieses Podium lenkt die Aufmerksamkeit auf Prozesse der beschleunigten Zerstörung von Lebensverhältnissen im globalen Süden, insbesondere durch die Intensivierung des Ressourcen-Extraktivismus. Auf der Grundlage von Konzepten wie der imperialen Lebensweise (Brand und Wissen) oder der Kolonialität der Macht (Quijano) und empirischer Perspektiven aus Lateinamerika wird die These infrage gestellt, derzufolge Ungleichheiten zwischen globalem Norden und Süden derzeit tendenziell abnehmen würden.

Gleichzeitig werden Alternativen in den Blick genommen, die in Lateinamerika vor allem auf territorialer Ebene um die materielle und symbolische Reproduktion des Lebens selbst organisiert sind. Dabei soll gezeigt werden, wie der dominante Entwicklungs- und Wachstumsdiskurs nicht nur die Unausweichlichkeit zerstörerischer Naturverhältnisse im Bewusstsein verankert, sondern durch epistemische Gewalt auch aktiv die Unsichtbarkeit bzw. Inexistenz dieser Gegenprozesse produziert.
Schließlich sollen Möglichkeiten solidarischer Nord-Süd-Beziehungen im 21. Jahrhundert ausgelotet werden. Wie beeinflusst eine wirklich globale solidarische Perspektive die gängigen Vorstellungen von sozialer Transformation, aber auch die Vorstellungen von Wissen (kognitiver Gerechtigkeit), Rechten, Demokratie und Wohlfahrt im globalen Norden und Süden? In den Analysen sollen marxistische, feministische, dekoloniale/antirassis-tische und ökologische Perspektiven ineinanderfließen.

Beiträge:
  • Karin Gabbert (Berlin): Kolonialität der Macht als Ursache unsolidarischer Nord-Süd-Verhältnisse
  • Ulrich Brand (Wien, AT): Solidarische Lebensweise als globale Herausforderung
  • Miriam Lang (Quito, EC): Re-Territorialisierung und epistemische Gewalt
  • Raul Zelik (Berlin): Solidarische Nord-Süd-Beziehungen im 21. Jahrhundert

Vortragsabstracts der Referent_innen [pdf 48KB]

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