Great Transformation

Foren: Konturen von Postwachstumsgesellschaften

Freitag, 27. September 2019
Great Transformation
Foto: Sarah Cords

10.30 – 13.00 Uhr

Braucht unsere Herangehensweise an sozial-ökologische Transformation eine Transformation? Inhalt einblenden

Organisator_innen: Kartoffelkombinat e. V.: Florian Koch (München), Simon Scholl (München), Florian Schönbeck (München), Jochen Dindorf (München)

Raum: SR 315

Sozial-ökologische Transformation ist bislang nicht nur an den institutionellen und kulturellen Beharrungskräften kapitalistischer Gesellschaften gescheitert, sondern auch an der Art und Weise, wie kultureller Wandel vorwiegend angegangen worden ist. So lautet die zugrundeliegende Kernthese der Veranstaltung. Wenn wir uns als Einzelne oder als Organisation auf Transformation einlassen, dann wird sehr schnell deutlich, wie überaus schwierig dieser Prozess ist. Ungeachtet der damit oftmals einhergehenden positiven Effekte (z.B. weniger Abstiegsängste, mehr Sinnhaftigkeit oder Zeitwohlstand), gewinnen im Spannungsfeld von Selbstwirksamkeit und Ohnmacht, dann doch immer wieder tiefe Unzufriedenheit, Verzweiflung oder gar Aggressionen die Oberhand. Dabei spielt eine entscheidende Rolle, an was wir uns in Transformationsprozessen grundlegend orientieren und wie wir demnach Erfolge bewerten.

In einem Vortrag soll gezeigt werden, dass der Mainstream und wachstumskritische Nachhaltigkeitsdiskurs eine dominante Grundorientierung teilen, die eher hemmend als fördernd auf Transformation wirkt. Davon ausgehend wird, anhand einer konzeptualisierten Dialektik von Resonanz (Hartmut Rosa) und Suffizienz, ein erster Vorschlag für eine alternative Grundorientierung für Transformation präsentiert. Am Praxisbeispiel vom Kartoffelkombinat – eine solidarisch organisierte Gemüse-Genossenschaft – soll dies weiter veranschaulicht werden.   

Vor dem Hintergrund des Vortrags wird im Anschluss in einem Open Space-Format dazu eingeladen, gemeinsam über die Frage „Wie wird Transformation für uns Menschen zugänglich, erstrebenswert und durchhaltbar?“ zu reflektieren und kontrovers zu diskutieren.

Beiträge:
  • Florian Koch (München): Wie wird Transformation für uns Menschen zugänglich, erstrebenswert und durchhaltbar?

Vortragsabstracts der Referent_innen [pdf 49KB]

Der lange Schatten des Produktivismus – und die möglichen Quellen seiner Überwindung Inhalt einblenden

Organisator_innen: Johanna Leinius (Kassel), Franziska Müller (Kassel), Jörn Lamla (Kassel)

Raum: SR 308

Dass die Lebensweise insbesondere des globalen Nordens nicht nachhaltig ist, kann kaum mehr bezweifelt werden. Ob die angestoßenen gesellschaftlichen Wandlungsprozesse jedoch zu sozial und ökologisch nachhaltigeren Gesellschaften führen oder zu einer Verschärfung globaler Ungleichheiten und Krisen, hängt auch davon ab, ob Gesellschaften in der Lage sind, alternative Logiken zum kapitalistischen Wachstumsnarrativ und zum Primat des Produktivismus zu etablieren. Doch welche sozialen, historischen und kulturellen Reserven lassen sich angesichts des langen Schattens des Produktivismus aktivieren?
Der Workshop strebt danach, kritische Perspektiven in einen Dialog zu bringen, die nach der Reproduktionskraft der gesellschaftlichen Wachstumslogik sowie möglichen Quellen ihrer Überwindung fahnden. Ausgehend von der These, dass sich die produktivistische Logik in vielen Ansätzen zu ihrer Transformation reproduziert (z. B. in asketischen oder effizienzorientierten Vorstellungen), scheint die Auseinandersetzung mit Quellen aus anderen räumlichen und zeitlichen Kontexten im globalen Norden und Süden gewinnbringend. Postkoloniale, queerfeministische oder historische Beiträge sind daher zentrale Bezugspunkte des Workshops.
Nach der Vorstellung unterschiedlicher Diagnosen zum langen Schatten des Produktivismus wird in Kleingruppen erörtert, inwiefern die vorgestellten Analysen für transformative Praxen fruchtbar gemacht werden können. Im Plenum wird abschließend diskutiert, wo mögliche Zielkonflikte entstehen können.

Beiträge:
  • Jörn Lamla (Kassel): Das unbedingte Grundeinkommen und der lange Schatten des Produktivismus
  • Jana Flemming (Jena): Gewerkschaften als Akteure einer sozialökologischen Transformation?
  • Maja Hoffmann (Wien, AT): Arbeitskritik / Postwork: neue Ideen zur Überwindung des Produktivismus
  • Hubertus Büschel (Kassel): Der Fetisch des Lokalen – Ansätze zu einer Wissensgeschichte über die Verheißungen indigenen Wirtschaftens im tropischen Afrika
  • Renata C. Motta (Berlin): Food for Justice: Gender- und postkoloniale Theorien, um ›food security‹ neu zu denken
  • Miriam Lang (Quito, EC): Lebensweisen und Debatten ›sehr anderer Art‹ in Lateinamerika

Vortragsabstracts der Referent_innen [pdf 71KB]

Die Rolle sozialer Innovationen für eine sozial-ökologische Transformation Inhalt einblenden

Organisator_innen: Birgit Peuker (Berlin), Jana Rückert-John (Berlin)

Raum: SR 307

Die Notwendigkeit einer sozial-ökologischen Transformation hat durch die Globalen Entwicklungsziele (SDGs) völkerrechtliche Verbindlichkeit erhalten. In dem Panel geht es insbesondere um den Beitrag von sozialen Innovationen zur sozial-ökologischen Transformation und zu einer Postwachstumsgesellschaft. Beispiele für soziale Innovationen sind Repair Cafés, Solidarische Landwirtschaften, Freiraum-Initiativen oder die Transition Town Bewegung. Das Panel dient dazu, den Beitrag sozialer Innovationen zur sozial-ökologischen Transformation und den Begriff von Postwachstum – der selbst bei den Akteuren des Wandels umstritten ist – kritisch zu hinterfragen.
Die Diskussion wird durch drei übergreifende Fragen angeleitet: a) Auf welche sozialen und/oder ökologischen Probleme weisen soziale Innovationen hin? b) Inwiefern hilft ihre oftmals gemeinschaftliche Organisationsweise eine aktive Bürgergesellschaft, und damit eine breitere Basis für die Transformationsprozesse zu schaffen? c) Mit welchen politischen Forderungen tragen soziale Innovationen zu einer sozialen und ökologischen Ausrichtung von Alltagspraktiken bei? Darüber hinaus wird die Frage gestellt, inwiefern sich in den Vorstellungen zu Transformation und Postwachstum aber auch in den konkreten Praktiken bei den Akteuren sozialer Innovationen ein gemeinsames Bild einer Postwachstumsgesellschaft abzeichnet.

Beiträge:
  • Jana Rückert-John (Berlin): Kritische Perspektiven auf das Innovationsverständnis im Transformationsdiskurs
  • Markus Egermann (Dresden): Verständnis und Rolle sozialer Innovationen für einen systemischen Wandel zur Nachhaltigkeit aus Sicht der ›sustainability transition‹ Forschung
  • Birgit Peuker (Berlin): Innovative gemeinwohlorientierte Initiativen und Gemeinschaft – Ergebnisse einer empirischen Studie
Ecosocialist Transformation and Outlines of an Ecosocialist Society Inhalt einblenden

Organisator_in: Hans Rackwitz (Jena)

Raum: SR 306

Climate and earth scientists are continuously warning about an rapidly closing time frame to face the crisis of the world ecology in time. In spite of all declarations of intent and efforts, there is a lack of factual successes to substantially halt or slow down the overexploitation of resources and the depletion of ecological sinks and the worsening of the ecological crisis. Apparently, the ability of capitalist market economies to co-ordinate the necessary social transformation is failing. Capitalism is an economic and social system that must permanently expand in order to stabilize itself. Unlimited expansion on a finite planet inevitably leads to an disruption of the planet's reproductive cycles.

This is the background against which ecosocialist thought has experienced a certain upswing in recent decades, both as independent initiatives as well as in green and left-wing parties and social movements. Ecosocialism does not imply a single fixed contend and program. Common to ecosocialist perspectives is that they see the organization of the economy and, above all, the organization of work as the key to a sustainable transformation of society. The panel will discuss various types of ecosocialist crisis analyses and societal visions and will primarily focus on differing ecosocialist transformation strategies.

Beiträge:
  • Bruno Kern (Mainz): Das Märchen vom grünen Wachstum und Konturen einer ökosozialistischen Gesellschaft
  • Ariel Salleh (Sydney, AU): EcoSocialism: An ecofeminist class analytic perspective
  • Frieder Otto Wolf (Berlin): Ecological and socialist politics in times of an escalating global crisis
  • Christian Zeller (Salzburg, AT): An internationalist ecosocialist strategy and an urgency programme for Europe
Ein Wiener Dokumentarfilm über Rudolf Goldscheid mit anschließender Diskussion Inhalt einblenden

Organisator_in: Soonim Shin (Wien, AT)

Raum: MMZ (Multimediazentrum) 028, Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena

Der Wiener Soziologe Rudolf Goldscheid (1870 – 1931) wird gerade „wiederentdeckt“. Eine in Wien gedrehte Doku will über sein Leben und sein Werk informieren. In der anschließenden Diskussion soll es auch um die Frage gehen, ob Goldscheids Vorstellung von der Soziologie als richtungsweisende „scientia activa“ gerade heute der „state of the art“ ist. Bei Karl Marx lautet die elfte These über Feuerbach: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ Auf diesen Satz bezog sich Goldscheid, als er 1913 in seinem Beitrag zur Werturteilsdebatte im Verein für Sozialpolitik erklärte: Der Soziologe „wird das, was er geschaffen hat, darnach bemessen, ob es nicht nur geeignet ist, die Dinge verschieden zu interpretieren, sondern sie zu verändern.“1  Und zwar beschrieb Goldscheid 1919 diese doppelte Aufgabe der Soziolog_innen zur Interpretation und Veränderung der Gesellschaft so: „Die soziale Medizin kann solange die einzelnen Krankheiten, die in der Gesellschaft auftreten, nicht heilen, als sie nicht aufs genaueste untersucht, ob nicht die Gesellschaft selber als Ganzes pathologisch funktioniert.“2 Schon 1908 setzte sich Goldscheid mit seinem Begriff der „Entwicklungsökonomie“ für eine andere Wirtschaft ein – nämlich im Grunde für das, was heute als „nachhaltige Wirtschaft“ bezeichnet wird: „Die Entwicklungsökonomie im engsten Sinne ist also Ökonomie auf die Dauer betrachtet.“3

1. Beitrag zur Werturteilsdebatte im Verein für Sozialpolitik (1913). In: Arno Bammé (Hrsg): Rudolf Goldscheid. Entwicklungstheorie, Finanzsoziologie, Menschenökonomie. Narrative einer anderen Soziologie. Metropolis Marburg 2018, S. 176. | 2. Sozialisierung der Wirtschaft oder Staatsbankerott. Ein Sanierungsprogramm (1919). In: Arno Bammé, aaO, S. 76. | 3. Entwicklungswerttheorie, Entwicklungsökonomie, Menschenökonomie. Eine Programmschrift (1908). In: Arno Bammé, aaO, S. 82.

Feministische Perspektiven auf eine Postwachstumsgesellschaft Inhalt einblenden

Organisator_innen: Corinna Dengler (Vechta), Anna Saave-Harnack (Jena)

Mitwirkende: Santje Kludas (Berlin), Matthias Schmelzer (Jena / Leipzig), Andrea Vetter (Berlin), Carla Wember (Fulda)

Raum: SR 309

Wenn wir über die Konturen von Postwachstumsgesellschaften nachdenken, dürfen feministische Perspektiven nicht fehlen, denn einen Automatismus, der eine Degrowth-Gesellschaft auch gleichzeitig geschlechtergerecht macht, gibt es nicht. Das Netzwerk ‚Feminisms and Degrowth Alliance (FaDA)‘ fördert seit 2016 einen wissenschaftlichen und aktivistischen Dialog zwischen Feminist*innen und Degrowth-Befürworter*innen um feministische Perspektiven im Degrowth-Diskurs zu stärken. Als Mitglieder der FaDA-Koordinationsgruppe möchten wir Diskussionen der Degrowth-Konferenzen in Malmö und Mexiko-Stadt 2018 mit diesem partizipativen Workshop in Jena weiterführen. Nach einem Einstieg in das Thema ‚Feminismus & Degrowth‘ werden fünf Impulsreferate zu feministischen Perspektiven auf Care (Corinna Dengler), Ernährungssouveränität (Carla Wember), konviviale Technik (Andrea Vetter), Männlichkeit (Matthias Schmelzer) und Ökofeminismus (Santje Kludas) in ein Weltcafé überleiten. Eine Fishbowl-Diskussion im Plenum wird methodisch dabei helfen, die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Weltcafé wieder zusammenzuführen. Zuletzt werden eine strategische Diskussion zur Frage ‚Wie weiter mit FaDA?‘,  die im Idealfall in konkreten Absprachen für nächste Schritte mündet, und ein kurzes Abschlussstatement die Veranstaltung abrunden.

Geschützte Bedürfnisse, nachhaltige Teilhabe Inhalt einblenden

Organisator_innen: Peter Bartelheimer (Göttingen), Antonietta Di Giulio (Basel, CH), Rico Defila (Basel, CH)

Raum: SR 114

Die Transformation zu einer Lebensweise, die planetare Grenzen des Ressourcenver-brauchs respektiert, muss in den meisten Gesellschaften des globalen Nordens wie des Südens unter Bedingungen zunehmender Ungleichheit gelingen. Die Idee der Suffizienz berücksichtigt bisher nicht systematisch die Ansprüche benachteiligter Gruppen, die von gesellschaftlich üblichen Mustern der Lebensführung ausgeschlossen sind. Zwei Konzepte können die gesellschaftliche Verständigung über einen „sicheren und gerechten Handlungsspielraum der Menschheit“ (Raworth 2012) anleiten: Die aus der Forschung zu nachhaltigem Konsum entstandene Idee von „Konsum-Korridoren“ für „geschützte Bedürfnisse“, und das wohlfahrtstheoretische Konzept der Teilhabe, das auf Gleichheit der Handlungsspielräume und Wahlmöglichkeiten zielt. Das Unterschreiten von Untergrenzen eines Spielraums der Lebensführung verletzt die menschenrechtliche Gleichheitsnorm voller und wirksamer Teilhabe, während exklusiver Konsum oberhalb eines zu schützenden Niveaus nicht mehr durch Teilhabeziele legitimiert ist und daher begrenzt werden sollte. Das Forum geht der Frage nach, ob und wie ein inklusiver Korridor des Ressourcenverbrauchs gesellschaftlich ausgehandelt werden kann und wie die Wissenschaft diesen Prozess inter- und transdisziplinär unterstützen kann.

Ablauf: Vier einführende Kurzvorträge geben Impulse; daran schließen sich zuerst eine interessengeleitete Arbeit in Gruppen und dann eine syntheseorientierte Diskussion im Plenum an.

Beiträge:
  • Antonietta Di Giulio (Basel, CH), Rico Defila (Basel, CH): Geschützte Bedürfnisse und Konsum-Korridore – Ziel- und Transformationswissen für ein alternatives Wohlstandsverständnis
  • Irene Becker (Riedstadt): ›Great Transformation‹ – Gestaltungsaufgaben unter Berücksichtigung der Wohlstandsverteilung
  • Carolin Bohn (Münster), Doris Fuchs (Münster): Gerechtes Urteilen – Rahmenbedingungen nachhaltigkeitsorientierter bürger_innenschaftlicher Partizipationsformate
  • Jürgen Kädtler (Göttingen): ›Qualität des Lebens‹ – oder: Zu den Voraussetzungen eines historischen Vorläufers möglicher künftiger Nachhaltigkeitsdiskurse

Vortragsabstracts der Referent_innen [pdf 397KB]

Recht auf Stadt oder Recht auf Stuck? – Selbstverständnis und Deutung urbaner sozialer Bewegungen im Kontext von autoritärem Populismus, radikaldemokratischen Ansprüchen und Hauptwiderspruchsdebatten Inhalt einblenden

Organisator_innen: Peter Bescherer (Jena), Robert Feustel (Jena), Gisela Mackenroth (Tübingen), Luzia Sievi (Tübingen)

Raum: Hörsaal 8

Zentrale gesellschaftliche Transformationskonflikte tragen eine urbane Signatur, etwa als so bezeichnete neue Wohnungsfrage. Welche Richtung diese Wandlungsprozesse nehmen werden, hängt auch davon ab, wie sich soziale Bewegungen und die Zivilgesellschaft in sie einbringen. Neben Selbstverständigungsdebatten über die soziale Selektivität des Bewegungsmilieus und die Art und Weise der Ansprache von Stadtöffentlichkeiten, waren zuletzt Stimmen zu vernehmen, die eine zunehmende Mittelschichtszentriertheit beobachten. Die Auseinandersetzung um das ‚Recht auf Stadt‘ wird damit in die Debatte darüber eingebracht, ob sozialdemokratische und linke Parteien und Bewegungen die unteren Klassen als angestammte soziale Basis verloren haben. Davon ausgehend soll diskutiert werden, wie sich stadt- und wohnungspolitische Initiativen zur Debatte um das ‚eigentliche‘ Subjekt der Demokratie (das ‚Volk‘) verhalten. Dabei steht der Austausch wissenschaftlicher und zivilgesellschaftlicher bzw. bewegungspolitischer Perspektiven im Vordergrund.

Beiträge:
  • Margit Mayer (Berlin): Mobilisierung und (Selbst-)Organisation in der neoliberalen Stadt: Von unten oder von den Rändern? Von links und von rechts?
  • Vertreter_in von AmMa 65 e.V. (Berlin): Zwischen Selbstverwaltung, Stadt und Investor – Die politische Organisierung eines Weddinger Eckhauses als AmMa 65
  • Tobias Bernet (Leipzig): Das Netzwerk Leipzig – Stadt für alle: Wohnungspolitik als ›Verwaltungs-Watch‹
  • Matthias Weinzierl (München): Das Bellevue di Monaco – Herausforderung der Münchner Innenstadt als Ort der Willkommenskultur und des Engagements

Vortragsabstracts der Referent_innen [pdf 271KB]

Sinnvolle Arbeit – Arbeit neu denken in der Postwachstumsgesellschaft Inhalt einblenden

Organisator_innen: Friedericke Hardering (Frankfurt am Main), Mascha Will-Zocholl (Wiesbaden)

Mitwirkende: Stephan Voswinkel (Frankfurt am Main), Carolin Mauritz (Frankfurt am Main), Heiko Weckmüller (Koblenz), Heike Ohlbrecht (Magdeburg), Josephine Jellen (Magdeburg), Tobi Rosswog (Mainz), Ursula Holtgrewe (Wien, AT), Antonia Kupfer (Dresden), Dominik Klaus (Wien, AT), Alexandra Rau (Darmstadt), Luki Sarah Schmitz (Frankfurt am Main), Andreas Fischer (Erlangen-Nürnberg), Lutz Eichler (Erlangen-Nürnberg), Sarah Nies (ISF München), Birgit Blättel-Mink (Frankfurt am Main)

Raum: SR 113

Im Kontext der Debatte über eine Postwachstumsgesellschaft wird die Frage danach, was Arbeit ist und sein soll, erneut aufgegriffen. Hintergrund der neuerlichen Auseinander-setzungen sind die verschiedenen Krisentendenzen, die sich in der Arbeitswelt abzeich-nen: Erwerbsarbeit verliert an Integrationspotenzial, und Beschäftigte leiden unter Arbeits-platzunsicherheit, Arbeitsverdichtung und der Angst, abgehängt zu werden. Wenn die Leiden an der Arbeit zunehmen, kommt individuell wie auch gesellschaftlich die Frage nach dem „Warum“ der Arbeit auf (Hardering 2017).
Warum arbeiten wir? Was ist Arbeit, und wie könnte eine Arbeitswelt gestaltet sein, die Vorstellungen einer guten Arbeit und eines guten Arbeitslebens ermöglicht? Damit ist die Frage des Sinns der Arbeit angesprochen. Dabei geht es erstens um die Frage, inwieweit der gesellschaftliche Sinn von Arbeit, also die Bedeutung von Erwerbsarbeit als zentrale Form von Arbeit hinterfragt werden muss, und zweitens darum, wie Erwerbsarbeit be-schaffen sein muss, damit sie als sinnvoll erlebt werden kann (Hardering 2017). Im Rahmen eines Open Space wollen wir sowohl erweiterte Arbeitskonzepte und andere Tätigkeitsformen (Littig und Spitzer 2011) als auch Möglichkeiten der Erfahrung von Sinn in der Erwerbsarbeit diskutieren.

Ablauf des Open Space:

1. Einstieg und Themenmarktplatz (ca. 30 min)
Zu Beginn hat jede/r auf dem Themenmarktplatz die Chance, sein Thema bzw. Themenfeld, über das er oder sie diskutieren möchte, kurz und knapp vorzustellen. Wir werden die Themen sammeln und gemeinsam im Prozess ähnliche Themen bündeln. Auf der Basis der vorgestellten Themen finden sich Gruppen zu einem übergeordneten Thema zusammen.

2. Arbeit in dynamischen Gruppen (ca. 60 min)
In den Kleingruppen werden die ausgewählten Themen selbstorganisiert diskutiert.

 3. Austausch im Plenum
In der letzten Phase finden wir uns im Plenum zusammen und besprechen interessante Erkenntnisse, Kontroversen und zukünftige Forschungs- und Handlungsfelder.

Der Spirit des Open Space
Unser Ziel ist, eine sehr offene und flexible Möglichkeit des Austausches zum Thema anzubieten, die die serielle Logik akademischer Vorträge aufbricht. Der Open Space bietet eine Möglichkeit dazu, selbstorganisiert an einem Thema zu arbeiten. Es gibt nur wenige Orientierungspunkte für die Durchführung des Open Space

  • Es gibt keine ideale Teilnehmerzahl für die einzelnen Gruppen. Wer kommt, kommt
  • Spontanes, Ungeplantes gehört beim Open Space dazu
  • Jede/r kann die Gruppe flexibel wechseln, man muss also nicht von Anfang bis Ende bei einer Gruppe bleiben

Konkret bedeutet das: Ihr/Sie könnt in den Kleingruppen selbst entscheiden, wie ihr/Sie vorgehen wollt., z. B. sich organisatorisch an Round-Tables orientieren oder noch offener in den Austausch treten.

Wirtschaftsdemokratie und plurale Ökonomie Inhalt einblenden

Organisator_in: Thomas Miessen (Brüssel, BE)

Raum: Hörsaal 7

Ausgangspunkt der Session ist der Begriff der Wirtschaftsdemokratie, der aus einer historischen, pluralen und europäischen Perspektive beleuchtet wird. Im Mittelpunkt steht seine Verwendung in den verschiedenen Publikationen des Projektes „Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung“. Mit Rückgriff auf Polanyis „The Great Transformation“ (vor allen Dingen dessen Teil 2, Kapitel I., 4. - 6.) und mit starkem Bezug zu dessen Interpretation durch Jean-Louis Laville wird der Begriff „Wirtschaftsdemokratie“ vor dem Hintergrund einer Konzeption „pluraler Ökonomie“ vertieft. Dies wird mit der Frage verbunden, ob damit Logiken von Markt, Distribution, Reziprozität und häuslicher Verwaltung gemeinsam gedacht und analysiert werden können. Es wird erörtert, inwiefern in den verschiedenen Bereichen demokratische Prinzipien gelten, und danach gefragt, wie insbesondere Tarifverhandlungsysteme dazu stehen. Daran anschließend wird diskutiert, ob die Pluralität der Logiken selbst eine gewisse Demokratisierung darstellt. Zum Schluss werden einige der erörterten Aspekte als Antwortversuch auf die Frage der „Shapes of Post-Growth Societies“ präsentiert. Dies soll auch mit Bezug auf die Ergebnisse der Konsultation zu „the future of work“ im Rahmen des ILO-Centenary im Frühjahr und Frühsommer 2019 geschehen. Videocollagen kommen zum Einsatz, die Session findet auf Deutsch statt, einige Beiträge sind jedoch in englischer Sprache.

Mitwirkende: Michael Krätke (Lancaster, GB), Andreia Lemaître (Louvain-La-Neuve, BE)

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